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Ein Römer kommt selten allein Freitag, 30. 07. 2010



Als Commentarii de Bello Gallico wird ein Bericht des römischen Feldherrn Caius Iulius Caesar über den Gallischen Krieg (58 bis 51/50 v. Chr.) bezeichnet. Das Werk, das auch die Hauptquelle zu Caesars Feldzügen darstellt, ist allerdings von starken Eigeninteressen des Verfassers geprägt und daher aus historischer Sicht nicht unproblematisch.

Caius Iulius Caesar († 44 v. Chr. in Rom) wurde am 13. Juli 100 v. Chr. in einem dichtbevölkertes Viertel im Nordosten des Forums in Rom geboren. Die Gens Iulia, eine der ganz alten Sippen Roms, spielte in dieser Zeit keine ihrem vornehmen Anspruch gemäße Rolle, tat dies schon lange nicht mehr. Ihre große Zeit lag bereits im Nebel sagenumwobener Vorzeit. Caesars Mutter war eine geb. Cotta > Somit stand Caesar in einem verwandschaftlichen Verhältnis zu Lucius Aurunculeus Cotta (neben Sabinus einer der Heerführer bei Atuatuca 54 v. Chr. siehe unten) und umgekehrt.

Caesars Name, der >Kaisar< und nicht >Zäsar< gesprochen wurde, wobei der Laut hinter dem ersten -a- zwischen einem -e- und -i- liegt: >Kaèisar< - Caesars Name hält zwei Ereignisse fest, ein mythisches und ein vielleicht historisches. Nach dem Untergang Trojas floh Aeneas und gelangte nach langer Irrfahrt an die Gestade Italiens, wo seine Nachkommen Rom gründeten. Laut Homer, Vergil und anderen war er Sohn des Anchises und der Aphrodite-Venus. Von Aeneas' Sohn Iulus (lat. Ascanius) nun leitete Caesar seinen Geschlechtsnamen »Iulius« ab und somit seine Abstammung von Aphrodite-Venus. Ob er selbst an den Mythos glaubte, ist eine andere Frage. Jedenfalls benutzte er die Sage zu politischen Zwecken und nach ihm hat sie für das julisch-claudische Kaiserhaus eine eminent politische Rolle gespielt.

Die Ableitung des ~cognomen< (= Beinamen) >Caesar< ist ebenso umstritten, kann aber einen historischen Kern haben. In der spätantiken >Historia Augusta< (Kaisergeschichte) heißt es: »Die besten Gelehrten und Kenner nehmen an, der erste Träger habe diesen Namen erhalten, weil er in der Schlacht einen Elefanten getötet hatte, der in der Sprache der Karthager >caesar< heißt.« Dies könnte im 1. Punischen Krieg geschehen sein. Caesar glaubte daran und ließ auf Münzen einen Elefanten abbilden.

Um an Einfluß zu gewinnen, war die Familie seit längerem verwandtschaftliche Bindungen zu plebejischen Adelshäusern eingegangen, so auch der Vater, der Aurelia, eine Cousine der drei Brüder Aurelius Cotta (Consuln von 75, 74 und 65) heiratete. Diese Frau, die bis 54 v. Chr. lebte, hat entscheidende Bedeutung für Charakter und Bildung des einzigen Sohnes, und die Alten stellten sie spontan Cornelia, der Mutter der Gracchen, an die Seite. So holte sie u. a. den hervorragenden Gelehrten M. Antonius Gnipho, einen Lehrer der Rhetorik, ins Haus, den auch der junge Cicero hörte etc. etc. Noch erwähnenswert ist der "Kaiserschnitt", ein Fachbegriff aus der Gynäkologie, bei welcher ein Kind durch einen operativen Eingriff aus dem Bauch der Mutter geholt wird. Angeblich soll Caesar ebenso auf diese Welt gekommen sein, daher der Name für den medizinischen Eingriff. Caesar hieß somit mit Rufnamen Caius, Iulius war der Familienname und Caesar war eine Art Titel. Sein Kürzel war CIC. Caesar war 54 v.Chr. 46 Jahr alt, als er starb war er 56. Interessant zu erfahren wäre, welchen Umsatz nach heutigen Massstäben Caesar pro Jahr hatte und welchen Gewinn (in Euro) er wohl aus dem Gallien Feldzug gezogen hatte.

Lucius Aurunculeius Cotta († 54 v. Chr. bei Atuatuca, Nordgallien) war ein römischer Legat im Heer Gaius Iulius Caesars während des Gallischen Krieges. Laut Napoleon III. (Histoire de Jules César, Paris 1866) war er ein Cousin Caesars, verwandt über die erste Frau Caesars, Julia. Darüber hinaus verfasste Cotta einen Bericht über die Geschichte der Römer.Vielleicht gehörte Cotta schon zu den namentlich nicht genannten Legaten Caesars während des Jahres 58 v. Chr. 57 v. Chr. führte er beim Krieg Caesars gegen die Belger gemeinsam mit Quintus Pedius die gesamte Reiterei des Heeres gegen nach der Schlacht von Bibracte fliehende belgische Verbände. 55 v. Chr., während Caesars erstem Übergang nach Britannien, leitete Cotta zusammen mit dem Legaten Quintus Titurius Sabinus eine Strafexpedition gegen die Belgerstämme der Moriner und der Menapier, deren Gebiete wohl im Bereich der Schelde und des Rhein-Maas-Mündungsdeltas lagen. Zum letzten Mal trat Cotta im November 54 v. Chr. in Erscheinung. Zusammen mit Sabinus hatte er das Kommando über eine Legion und fünf Kohorten, die bei dem befestigten Platz Atuatuca des keltischen Volksstammes der Eburonen ins Winterlager gelegt wurden.

Quintus Titurius Sabinus († 54 v. Chr. bei Atuatuca [Nordgallien]) war Legat im Heer Gaius Iulius Caesars während des gallischen Krieges. Sein Vater stand wahrscheinlich im Jahre 87 v. Chr. im Dienste Sullas. Möglicherweise gehört der Vater auch zu den Legaten des Pompeius in Spanien (75 v. Chr.). Vielleicht gehörte Titurius schon zu den namentlich nicht genannten Legaten Caesars während des Jahres 58 v. Chr. 57 v. Chr. nahm er am Kampf gegen die Belger teil. Im folgenden Jahr unterwarf er mit drei Legionen die Veneller, Coriosoliten und Lexovier unter Viridovix.

Während Caesars erstem Übergang nach Britannien 55 v. Chr. leitete Titurius zusammen mit dem Legaten Lucius Aurunculeius Cotta eine Strafexpedition gegen die Belgerstämme der Moriner und der Menapier, deren Gebiete wohl im Bereich der Schelde und des Rhein-Maas-Mündungsdeltas lagen. Zum nächsten und letzten Mal trat Titurius im November 54 v. Chr. in Erscheinung. Zusammen mit Cotta hat er das Kommando über eine Legion und 5 Kohorten, die bei dem befestigten Platz Atuatuca des keltischen Volksstammes der Eburonen ins Winterlager gelegt wurden. Sabinus wird von Caesar für den Verlust von 15 Cohorten bei Atuatuca 54 v.Chr. verantwortlich gemacht (clades tituriana).

Ambiorix († ?), der Widersacher Caesars bei Atuatuca, ist unbekannt. Man kennt man nur die Informationen, welche Caesar über ihn gibt, d. h. seinen Namen, seine Stammeszugehörigkeit (Eburone), seinen Stand (der Suffix -rix deutet auf keltischen Ursprung und hat die Bedeutung von Rex = König, nur adlige Kelten nannten sich so) und die erfolglose Jagd nach ihm und seinen Getreuen. Es wurde versucht, den Namen zu deuten. Die plausibelste Form wäre: ambio = beide, rix = König = "Herrscher der Beiden". Ambiorix war demnach neben Catuvolcus einer der beiden Stammesführer der gallischen Eburonen. Ambiorix hatte einen Sohn, welcher als Geisel bei den Atuatukern lebte und war selber womöglich Landwirt. Das Alter dieses Mannes zur Zeit des Atuatuca Gefechtes läßt sich schwer abschätzen, doch dürfte er etwa 30 bis 40 Jahr alt gewesen sein und durch seine Fähigkeiten einen gewissen Einfluss auf die Eburonen gehabt haben. Caesar versuchte, ihn als kleinen Ganoven abzutun und wollte ihn in mehreren Kampagnen fangen, welches ihm nicht gelang. Leider hatten die Gallier keine schriftlichen Hinterlassenschaften (obwohl sie sehr wohl schreiben und lesen konnten), sodass uns die Version der Gallier über die Ereignisse fehlt. Ambiorix, von den Römer nach dem Desaster von Atuatuca über Jahre hin mit hohem Aufwand intensivst gejagt, verschwindet in der Geschichte, ohne das die Römer sich seiner habhaft machen können.

Caesar überliefert insgesamt neun Eigennamen aus dem Gefecht bei Atuatuca:
Ambiorix / Eburonischer Führer
Quintus Titurius Sabinus / Römischer Legat
Lucius Aurunculeius Cotta / Römischer Legat
Gaius Arpinius / Römischer Ritter und Unterhändler
Quintus Iunius / Spanier in römischen Diensten, Unterhändler und Dolmetscher
Titus Balventius / Römischer Centurio
Quintus Lucanius / Römischer Centurio
Gnaeus Pompeius / Römischer Dolmetscher
Lucius Petrosidius / Römischer Adlerträger

Ambiorix wird in den Commentarii 18 mal namentlich erwähnt.

Es wird noch berichtet, das sich Caesar nach dem Verlust der 15 Cohorten bei Atuatuca ein Jahr lang nicht rasierte und sich nicht die Haare schnitt, aus Trauer und Zorn über die Verluste. Da Caesar anscheinend grundsätzlich zu wenig Kopfhaar neigte, dürfte dies einen eher seltsamen Anblick gegeben haben (who cares?). Es gibt Berichte, worin sich Legionäre in ihren Marschliedern über ihren Heerführer "Kahlkopf" Caesar lustig machten.

Der Name commentarii ist indirekt aus mehreren antiken Berichten belegt. Demnach hatte Caesar sein Werk Commentarii rerum gestarum Galliae bzw. Gallici belli genannt. Caesars commentarii bestehen aus acht Büchern, deren letztes nicht von Caesar, sondern von seinem Freund, hohen Offizier und persönlichen Sekretär Aulus Hirtius stammt, der damit die Lücke zwischen dem Gallischen Krieg und dem Bürgerkrieg schließen wollte, den Caesar in seinem Werk De Bello Civili beschrieb. Caesar verfasste das Werk gegen Ende des Krieges (52/51 v. Chr.), wobei er sich jedoch sicherlich auf Aufzeichnungen stützte, so etwa seine Berichte an den Senat. Zumindest lagen die Bücher im Jahr 46 veröffentlicht vor, als Cicero sie in seinem ,Brutus' lobte.

Entsprechend dem Schema des Commeratarias ist jedes Kriegsjahr in einem Buch geschildert, wobei es leichte Überschneidungen gibt. Das Gesamtwerk gliedert sich in drei Hauptteile: Buch 1 und 2 stellen die Eroberung des keltischen und belgischen Landes dar; Buch 3 mit 6 haben die Kämpfe mit Nachbarvölkern zum Inhalt, Buch 7 schildert den gallischen Aufstand unter Vercingetorix.

Allerdings warf man, besonders in der Neuzeit, Caesar vor, sein Werk sei voll von Verschleierungen und Entstellungen der Wahrheit, doch hat Caesar die Ereignisse nur von seinem Standpunkt aus geschildert und dem Leser in Auswahl, Anordnung und Bewertung richtig überlieferter Tatsachen sein Bild des Geschehens übermittelt. Unwahrheiten konnte er sich angesichts der vielen Augenzeugen in Gallien kaum erlauben.

Als Form für seine Darstellung verwendete Caesar den sogenannten Commentarias, eine Mischung aus amtlichem Bericht und Vorarbeit für ein künstlerisches historisches Werk, und es gelang ihm, aus dieser bescheidenen Form einen eigenen historischen Werktyp zu machen. Zum Commentarias gehört es, wenn Caesar von sich in der dritten Person spricht, schlicht und einfach erzählt, Vorgeschichte, Entwicklung und Entscheidung von Abläufen schildert. Doch stellen sich im Voranschreiten des Werkes vielfach künstlerisch ausgestaltete Elemente ein, lebhafte Schilderungen, Wechsel des Erzähltempus, direkte Reden, Einzelepisoden von Kämpfen, erläuternde Exkurse.

"Atuatuca" betrifft das 5. und 6. Buch des bello gallico, wobei sich diese Webseite mehr mit den Ereignissen im 5. Buch auseinandersetzt. Und Atuatuca lebt ...




Napoleon III
Histoire de Jules César
1866 Paris - Henri Plon, Imprimeur-Éditeur
3 Bände. 2 Bände bezogen auf den Bello Gallico, 1 Atlas mit sehr guten Karten
Antiquariat in allen Sprachen erhältlich



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