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ZUSAMMENFASSUNG Freitag, 30. 07. 2010

Zieht man alle oben genannten Fakten zusammen, so ergeben die Hinweise des b.g. auf die Lage des Winterlagers Sabinus im Herbst 54 v.Chr. als etwa in der Mitte des Stammesgebietes des gallischen Stammes der Eburonen gelegen und an anderer Stelle, das dieser Stamm vornehmlich zwischen Maas und Rhein siedelte, die deutlichsten Fingerzeige auf den geografischen Lage des “Atuatuca”.

Das Stammesgebiet der Eburonen hatte seine östliche Grenze am Rhein, nach Westen hin möglicherweise bis in die belgische Provinz Kempen. Hieraus ergibt sich die Schlußfolgerung, das bei einem etwa ellipsoid geformten Stammesgebiet von südöstlicher in nordwestlicher Richtung die Reste des Winterlagers Sabinus in einem Gebiet zwischen Maas und Rhein gesucht werden sollten. Die geografische Mitte diese Gebietes ist die Region um D-Aachen.

Ein weiterer prägnanter Hinweis ist die Erwähnung einer kleineren gallischen Befestigung in der Nähe des Winterlagers Sabinus. Desweiteren wird ein größeres Tal in 3 km Entfernung vom Lager erwähnt und ein Höhenrücken, welcher die nächsten Kornfelder vom Lager trennt. Die Erwähnung von Kornfeldern bedeutet im Rheinland die Existenz von guten Böden, sprich Lößböden.

Somit lag das Winterlager Sabinus in der Nähe einer gallischen Befestigung, an einem größeren Tal und in der Nähe eines Höhenrückens, welcher das Lager von den nächsten Getreidefeldern trennte. In etwa 75 km Entfernung nach Westen lag das Stammesgebiet der Nervier.

Atuatuca ist insgesamt gesehen eine Farce. Zwei erfolgreiche Angriffe in zwei aufeinander folgenden Jahren auf ein und dasselbe Lager bedeutet kein Glück für dieses Ort in Sinne des römischen Denkens. Eine unbekannte Anzahlt römischer Legionäre (vielleicht 1000?) begangen aus Angst vor den Kelten bei Atuatuca Selbstmord. Ist das Lager geschliffen worden? Das Gefecht um Atuatuca erinnert seltsam direkt an die etwa 60 Jahre später stattgefundene "Varus-Schlacht". In den Grundzügen die gleiche Taktik, gleiche Wirkung und Resultat. Am Hauptgefechtsort blieben durch die genauen und mehrmaligen Plünderungen aller brauchbaren Materialien wenige verwertbare Rohstoffe liegen. Die Kadaver der römischen Legion Sabinus und Cotta werden vor Ort verblieben sein und verwesten dort, bis erneut römisches Militär vor Ort erschien und die Leichen in irgend einer Form bestattet hat. Die gleiche Prozedur mag sich im oder am Lager abgespielt haben, wo sich angeblich die Reste der Legion entleibt hatten. Oder sind die Toten sofort verbrannt worden, d.h. die Kelten hätten es wohl gemacht.

Drei Konzentrationen von Kadaverbestattungen sind zu erwarten: die Gefallenen vom Gefechtsort, die vom römischen Winterlager und die Gefallenen ein Jahr später auf dem Hügel vor dem Lager. Dem Lager widerfuhr eine Zweitnutzung, also ist dort innerhalb des Lagerareals keine Bestattung zu erwarten, aber in dessen näherem Umfeld. Weitere Bestattungen sind im Bereich des Hauptgefechtsfeldes in einer Entfernung von 3 km zum Lager zu erwarten. Eine damals übliche Bestattungszeremonie war die des Verbrennens. Mengen verbrannter Knochen hinlassen Spuren. Mögliche Brandspuren an bestimmten Stellen, welche noch kalzinierte Knochenmaterialen enthalten, können ein weiterer Hinweis zu einer heutigen Findung und Bestimmung sein.

Bei der Aufgabe des Trosses bzw. schon während der Gefechtstätigkeiten zwischen den Eburonen und den Römern muss es innerhalb des Trosses schon zu Plünderungen durch römische Infanteristen gekommen sein, welche sich nach der Aufgabe des Trosses vehement durch Eburonen fortsetzten. Dabei wird sich die Formation des Trosses aufgelöst und bedingt durch Flucht, Plünderung und Auflösung der Gepackstücke unter Druck und Eile eine weite Streuung über die ganze Länge des Trosses ergeben haben. Es ist eine Funddichte von Kleinteilen, welche bei den Plünderungen abgerissen, verloren oder festgetreten wurden, zu erwarten, welche sich auf einer Strecke von etwa 2 km Länge und mehr als 100 m Breite erstrecken. Diese zu erwartende Fundkonzentration sowie die Lage vom Ausgangslager zeigt die ungefähre Zugrichtung der Römer an. Ist der Gefechtsort und der Ort des Trosses seit antiker Zeit nicht mehr überackert oder bebaut worden, so hat man ihn vergessen und später nicht mehr gefunden. Dies würde erklären, warum bis dato noch nichts gefunden wurde.

Schwer erklärbar ist der bis dato negative Befund caesarischer Lager in Belgien, in den Niederlanden und in Deutschland. Doch gibt es auch hier sicherlich Gründe, welche möglicherweise in der fragilen Bauweise eines caesarischen Lagerwalls liegen, d. h. eine Holz/Erdemauer und ein Graben. Die Holz/Erdemauern sind verrutscht und der Graben verschüttet, sodass nach 2000 Jahren nicht mehr viel zu sehen sein dürfte. Ein Spitzgraben ist das prägnanteste und sicherste Zeugnis einer Präsenz römischen Militärs. Für einen gesicherten Befund in die Richtung der Berichte aus dem V. Buch des b.g. sollten entsprechend datierbare Münzen gefunden werden, desweiteren Artefakte (z.B. Nägel der Militärsandalen), welche mit dem Kampfgeschehen und den Münzen in eindeutiger Verbindung stehen.

Einen kreisförmiger Ring in einer bestimmten Breite und Durchmesser, bestehend aus Konzentrationen verschieden großer Steine (die Wurfgeschosse) unterschiedlicher Qualitäten (Quarz, Sandstein etc.) in einem eindeutigen Fundhorizont sollten am Ort des Atuatuca-Gefechts vermutet werden. Dieser Kreis könnte etwa 200 - 300 m im Durchmesser haben, der äussere Ring eine Breite von etwa 50 Metern. In diesem äusseren Ring liegt die Hauptmasse der schweren Steine, weiter nach innen die kleineren Steine in geringeren Konzentrationen. Metallartefakte unterschiedlicher Qualität und Größe, im Kontext mit dem Befund, sollten sich innerhalb dieses Ensembles befinden, auch außerhalb in der Peripherie des Gefechtes, an den Hängen den Tales. Bis hier gingen die Ausfälle der Römer und hier wurden flüchtende Legionäre erschlagen und geplündert, ebenso Packesel u. ä.. Es ist deshalb aufgrund der zu erwartenden geringen Größe des Gefechtsfeldes wahrscheinlicher, den Gefechtsort eher durch die Wurfsteine zu lokalisieren, als dies mit eindeutigen Metallfunden getan werden könnte. Die Schlussfolgerung wäre hieraus, das diese möglichen Wurfgeschosse unter einem "neuzeitlichen" existierenden römischen Kulturhorizont liegen sollten, gehören diese denn zu dem Gefecht von Atuatuca.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Überlegung, das Funde im Bereich des Gefechtsfeldes von Atuatuca im Grunde nur von den Römern stammen sollten. Hier kommen die Erfahrungen von Kalkriese zugute. Also sollte man irgendwelche seltsam geformten Gegenstände finden, aus Eisen, Bronze oder Kupfer, könnte man davon ausgehen, das diese von der Legion Sabinus stammen und irgendeinen "römischen" Sinn ergeben, aber nicht unbedingt keltischen Ursprungs sind. So hat man z.B. in Alesia zum großen Teil gallischen Waffen und Ausrüstungsgegenstände gefunden, wenig Gegenstände der Sieger. Das setzt sich dann fort im Abschnitt des aufgelassenen Trosses. Hier wären auch nur römische Funde zu erwarten. Demnach vermischt sich das Material an den betroffenen Stellen mit spätrömischem Material und ist deshalb nur schwierig auseineinander zu halten, besonders nicht für Laien, Dilettanten, Sondengänger sowie Raubgräber.

Möglicherweise ist aber alles noch sehr viel komplizierter. Was, wenn das linke Rheinufer in gewisser Weise schon "leer" war, als Caesar einmarschierte? Die Atuatuker? Alle nach Namur rüber gemacht? Kompliziert auch, was die verschiedenen Gefechtsorte um das Winterlager Sabinus angehen, welche sich in der Folgezeit der Ereignisse von 54 - 53 v.Chr. ergaben und es deshalb nicht unbedingt "das" spezielle Gefecht sein muss, wenn etwas in diese Richtung gefunden werden sollte. Wäre das Winterlager des Sabinus schlüssig gefunden, ergibt sich daraus mit Sicherheit der konkrete Ort des Gefechtes von Atuatuca.

Es gilt der Suche nach den Gräben des Sabinus-Lagers, den Wällen einer gallischen Befestigung, den Spuren eines Gefechtes und dies alles im Einklang mit den Berichten Caesars und in einem Abstand zueinander innerhalb von ca. 3 km.


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