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Freitag, 30. 07. 2010 |
Die beschriebene Lage des Stammesgebietes der Eburonen würde heute ein Gebiet östlich der Maas auf der Linie etwa NL-Roermond / B-Lüttich bis zum Rhein etwa auf der Linie D-Moers / D-Remagen entspechen. Als nördlichste Ausdehnung etwa bis D-Kempen nach Belgien hinein, südlichste Ausdehnung etwa bis zum D-Ahrtal.

Das Stammesgebiet der Nervier lag nördlich der Maas auf der Linie B-Lüttich bis B-Namur und weiter nach Westen. Der Stamm der Atuatucer lag zwischen den Eburonen und den Nerviern, zumindest aber in einem sehr ähnlichen Verhältnis. Das Stammesgebiet der Menapier lag im Mündungsgebiet der Maas und des Rheins, möglicherweise linksrheinisch orientiert. Die Sugambrer befanden sich auf rechtsrheinischem Gebiet. Die Treverer siedelten im Raum der Mosel. Demnach lagen die Nervier und Atuatucer westlich, die Menapier nördlich, die Sugambrer östlich und die Treverer südlich der Eburonen.
Hierzu einige Gedanken zu Caesars Aussagen bezüglich der Standorte der zeitgleichen Lager des Cicero und Sabinus. Cicero lag im Stammesgebiet der Nervier, somit nördlich und westlich der Maas, aber nicht östlich oder südlich der Maas. Weitläufig würde dies die Gegend von etwa B-Tongeren bis max. B-Lille beschreiben. Das Hauptstammesgebiet der Eburonen liegt zwischen Maas und Rhein. Die unmittelbaren Nachbarn der Eburonen sind die Atuatucer, welche zwischen den Eburonen und den Nerviern siedeln, also westlich der Eburonen. Östlich liegt, getrennt durch den Rhein, das Gebiet der Sugambrer, südöstlich die Ubier. Nördlich der Eburonen leben die Menapier. Die Eburonen ziehen vom Lager des Sabinus erst zu den Atuatucern (nach Westen), dann zu den Nerviern.
Sollten die burgähnlichen Anhöhen bei B-Namur, B-Huy und B-Lüttich die Hauptfestungen und somit das Kernstammesgebiet der >>Atuatucer gewesen sein und weiter nördlich der Maas lag das Gebiet der Nervier, kommt ein Bezug zu einer Lage des Stammesgebietes der Eburonen in ein von Südost nach Nordwest gelegenem Gebiet zwischen Rhein und Maas mit einem "Überhang" nach Nordwest der Maas hin. Fakt scheint zu sein, das das Lager des Cicero und somit das Stammesgebiet der Nervier etwa 75 km westlich von Atuatuca lag.
Wenn das heutige F-Amiens/Samarobriva der Hauptstandort der gallischen Armee im Jahr 54 v.Chr. war und Atuatuca hätte auf dem am weitesten östlich entfernten Punkt eines Kreises mit dem Radius von 100 RM gelegen = in 200 RM (300 km), so rechne man etwa 50 RM (75 km) von Atuatuca nach Westen, welches die Strecke zu dem Lager Cicero entspricht. Somit ergäbe sich eine Entfernung des Lager Cicero von Samarobriva von 225 km. Caesar kam dem Cicero in einem Marsch von etwa 5 Tagen zu Hilfe. Er eilte schnell. Wenn man annimmt, das er ohne Gepäck marschierte und die Leute antrieb, ergibt sich ein Tagesmarschwert von ca. 40 km, das macht bei 8 Stunden Marsch am Tag eine Stundenleistung von ca. 5 km. Das ist machbar. Zieht man Umwege und Geländeerschwernis hinzu, sollte man annehmen, das die Legionen teils schneller liefen, wenn es das Gelände erlaubte. Auf jeden Fall fällt dies alles in den Bereich der Machbarkeit.
Bei dem Vernichtungsfeldzug der römischen Legionen gegen die Eburonen 53 v.Chr. ist anzunehmen, das die Legionen ihre Operationen nach Norden und Westen richteten, nach Osten und Süden hin geschah nichts. Im Osten lag der Rhein und in dem Gebiet östlich des Lager Cicero hielten sich plündernde sugambrische Verbände auf (was der Angriff auf das Lager Cicero/Atuatuca beweist). Hier bestand möglicherweise kein Bedarf an römischen Kampfhandlungen während des Feldzuges in dem Glauben, die Vernichtungs- und Plünderungsaktionen würden von den Germanen getätigt.
Ein Standort des Lager Sabinus/Atuatuca westlich der Maas (B-Tongeren?) und mittig im Gebiet der Eburonen würde den Umstand ergeben, das die Atuatucer in der Gegend von Brüssel gelebt haben müssten. Dies war nicht der Fall. Dort lebten die Nervier.
Ein Feldzug der drei römischen Triplex-Einheiten, wie beschrieben im b.g. Buch 6, würde, ausgehend aus der Mitte des westlichen Rheinlandes, gegen den Uhrzeigersinn Labienus nach Norden zu den Menapiern führen (etwa in Richtung D-Geldern), Fabius nach Nordwesten in das Grenzgebiet der Atuatucer (etwa Richtung B-St.Truiden), Caesar nach Westen in Richtung Sambremündung (B-Namur), um dann nach Süden abzubiegen und am Fuß der Ardennen wieder nach Osten zum Lager Cicero = Atuatuca zurückzukehren. Demnach soll man anstatt dem Scaldim = Sabim lesen. Die Schelde mündet nicht in die Maas. Nur so ergibt es einen Sinn. Es ergibt sich eine Konsequenz, das Atuatuca am Eifelfuss zu suchen. Der jeweilige Aktionsradius der Legionen ausgehende von Atuatuca betrug max. 75 km bei einer Woche Kampftätigkeit mit der Option auf eine Rückkehr nach 7 Tagen zum Ausgangspunkt = das Atuatuca. Bei einem zweiwöchigen Feldzug ergibt sich die doppelte Entfernung = ca. 150 km. 15 Tage kommen der Ausgabe von Getreide an die Truppe eher entgegen (Cicero sollte nicht aus seinem Lager raus, bis Caesar wiederkam und die Getreideration austeilte).
Einige gute Gründe sprechen für einen Standort des Atuatuca östlich der Maas auf den Rhein zu. Die geografische Mitte dieses Gebietes ist etwa D-Jülich im heutigen deutschen Rheinland. Hier ergäbe die Aussage des Ambiorix Sinn, das (sugambrische?) Truppen in 2 Tagen vom Rhein am Atuatuca eintreffen würden. Bei ca. 25 km pro Tag kommt eine Strecke von 50 km vom Rhein in Betracht. Mögliche Standorte der beiden Nachbarlager wären, ausgehend vom Raum Aachen/Jülich, etwa der Raum B-Bastogne als Standort des Labienus und etwa der Raum B-St.Truiden als Standort des Cicero.
Fliehburgen und ein befestigtes Dorf aus dem Spätlatène befinden sich in diesem Umfeld in D-Niederzier/Hambach, D-Winden/Kreuzau, D-Kreuzweingarten/Euskirchen, auf dem Petersberg/D-Bonn und bei NL-Caster, südlich von NL-Maastricht.
Antike Furten über den Rhein lassen sich bei D-Duisburg, D-Bonn und D-Koblenz vermuten, über die Maas bei B-Lüttich, NL-Maastricht und NL-Roermond.
Die großen Lößflächen liegen im diesem Bereich B-Haspengouw, in der D-Zülpicher Börde, der D-Aldenhovener Platte und der D-Kölner Börde. Hier dürften die Hauptanbaugebiete von Getreide der gallischen Bevölkerung = Eburonen gelegen haben.

©2010 | Atuatuca | Si non è vero, è ben trovato!
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