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JULIUS CAESARS KOMMENTARE ZUM GALLISCHEN KRIEG BUCH FÜNF 24 - 38 Freitag, 30. 07. 2010

Nach Empfang der Geiseln führte er das Heer zum Meer zurück und fand die Schiffe wieder instand gesetzt. Er ließ sie ins Wasser ziehen, und da er viele Gefangene hatte und einige Schiffe durch den Sturm verloren waren, beschloß er, das Heer in zwei Transporten zurückzuführen. Die ganze Überfahrt lief so gut ab, daß bei einer so großen Flotte und so vielen Fahrten in diesem und im vorigen Jahr kein einziges Schiff mit Truppen an Bord verloren ging. Von denen freilich, die man ihm leer vom Festland zurückschickte (Schiffe vom ersten Soldatentransport und die 60, die Labienus später bauen ließ), erreichten nur ganz wenige ihren Bestimmungshafen; die übrigen wurden fast alle verschlagen. Caesar wartete eine Zeitlang vergebens auf sie; um aber nicht durch die Jahreszeit an der Überfahrt gehindert zu werden (die Tagundnachtgleiche stand kurz bevor), verlud er notgedrungen die Soldaten in ziemlicher Enge. Er traf aber ganz ruhige See an, fuhr nach Beginn der zweiten Nachtwache ab, erreichte mit dem Frühlicht das Land und brachte alle Schiffe glücklich ans Ziel.

Die Flotte wurde an Land gezogen und in Samarobriva eine Versammlung der Gallier abgehalten; weil aber in diesem Jahr wegen anhaltender Dürre die Getreideernte in Gallien recht knapp ausgefallen war, sah er sich gezwungen, das Heer nicht wie in den Jahren bisher in nahe verbundene Winterlager zu geben, sondern die Legionen auf mehrere Stämme zu verteilen. Eine Legion unter dem Legaten Gaius Fabius schickte er zu den Morinern, eine zweite unter Quintus Cicero zu den Nerviern, eine dritte unter Lucius Roscius zu den Essuviern; eine vierte sollte mit Titus Labienus im Grenzgebiet der Remer zu den Treverern hin überwintern; drei Legionen verlegte er zu den Belgern; den Oberbefehl über diese gab er dem Quästor Marcus Crassus sowie den Legaten Lucius Munatins Plancus und Gaius Trebonius. -Eine Legion, die er erst vor kurzem jenseits des Padus ausgehoben hatte, und fünf Kohorten entsandte er zu den Eburonen, die größtenteils zwischen Maas und Rhein wohnen ("...und schaffte die schwere Ausrüstung nach ATUATUCA. So heißt ein fester Platz etwa in der Mitte des Eburonenlandes ..." De Bello Gallico, Liber VI, 32) und von Ambiorix und Catuvolcus beherrscht wurden. Diese Einheit unterstellte er den Legaten Quintus Titurius Sabinus und Lucius Aurunculeius Cotta. Durch diese Verteilung der Legionen meinte er, dem Getreidemangel am besten begegnen zu können. Immerhin lagen die Winterquartiere aller dieser Legionen (mit Ausnahme der einen, die unter Lucius Roscius in den friedlichsten und ruhigsten Landesteil gegangen war) in einem Umkreis von hundert Meilen. Er selbst beschloß, in Gallien zu bleiben, bis er sich sicher wußte, die Legionen seien untergebracht und die Standorte befestigt.

Bei den Karnuten lebte ein sehr vornehmer Mann namens Tasgetius, dessen Vorfahren in seinem Stamm Könige gewesen waren. Caesar hatte ihm als Lohn für seine Tapferkeit und Ergebenheit (er hatte ihm in allen Feldzügen hervorragende Dienste geleistet) die Würde seiner Voreltern wiedergegeben. Als er nun schon im dritten Jahr regierte, ermordeten ihn seine Feinde unter offener Teilnahme vieler Männer dieses Stammes. Dieser Mord wird Caesar berichtet. Da viele daran beteiligt waren, mußte er fürchten, sie würden den Stamm zum Abfall verleiten. So ließ er Lucius Plancus mit seiner Legion rasch von den Belgern zu den Karnuten marschieren und dort überwintern; er sollte auch die Urheber des Attentats auf Tasgetius ermitteln, sie festnehmen und ihm überstellen. Unterdessen lief von allen Legaten und Quästoren, denen er Legionen übergeben hatte, Meldung von der Ankunft am Bestimmungsort und von der Befestigung der Winterquartiere ein.

Etwa vierzehn Tage nach dem Einrücken in die Winterlager gaben Ambiorix und Catuvolcus das Signal zu plötzlichem Aufstand und Abfall. Sie hatten zwar an der Grenze ihres - Gebietes bei Sabinus und Cotta ihre Aufwartung gemacht und Getreide im Winterlager abgeliefert, doch holten sie auf eine Botschaft des Treverers Indotiomarus hin ihre Leute zusammen, überfielen plötzlich unsere Holzholer und erschienen mit einer großen Schar vor dem Lager, um es zu erstürmen. Die Unseren griffen rasch zu den Waffen und besetzten den Wall; die Reiter aus Spanien unternahmen auf einer Seite einen Ausfall und siegten in einem Gefecht, worauf die Feinde die Sache verloren gaben und ihre Leute vom Sturm auf das Lager abzogen. Dann schrien sie nach ihrer Art wild durcheinander, jemand von uns solle zu einer Unterredung herauskommen; sie hätten etwas mitzuteilen, was beide Parteien betreffe, und hofften, dadurch allen Zwist beizulegen.

Man schickte ihnen zu dieser Unterredung Gaius Arpinius, einen römischen Ritter und Freund des Titurius, dazu einen Spanier namens Quintus Iunius, der zuvor schon mehrfach in Caesars Auftrag mit Ambiorix verhandelt hatte. Ambiorix sagte ihnen etwa folgendes: Er müsse gestehen, er sei Caesar für seine Wohltaten zutiefst verpflichtet; auf seine Veranlassung sei er vom Tribot befreit, den er immer den Atuatukern seinen Nachbarn, zahlen mußte; Caesar habe ihm auch seinen Sohn und den Neffen zurückgegeben, die er den Atuatukern als Geiseln gestellt und die jene wie Sklaven in Fesseln festgehalten hätten. Auch habe er den Angriff auf das Lager nicht nach eigenem Willen oder freiem Entschluß unternommen, sondern gezwungen von seinem Stamm; seine Herrschaft sei von der Art, daß die Menge ihm gegenüber ebenso viele Rechte besitze wie er der Menge gegenüber. Auch habe sein Stamm nur deshalb den Krieg begonnen, weil er sich von der plötzlichen Erhebung der Gallier nicht ausschließen konnte. Der beste Beweis dafür sei seine Schwäche, weiI er nicht so weItfremd sei, sich einzubilden, man könne mit solchen Streitkräften das römische Volk besiegen. Doch sei es gemeinsamer Beschluß aller Gallier, und der heutige Tag sei für den Angriff auf alle Winterlager Caesars bestimmt, damit keine Legion einer anderen zu Hilfe kommen könne. Als Gallier hätten sie Galliern die Teilnahme nicht gut abschlagen können, zumal der Beschluß wohl die Wiedergewinnung der allgemeinen Freiheit zum Ziel habe. Da er nun für Gallien getan habe, was die Vaterlandsliebe fordere, wolle er nun seiner Verpflichtung durch Caesars Wohltaten Rechnung tragen. Er mahne und bitte Titurius zum Dank für seine Gastfreundschaft, sich und seine Soldaten zu retten. Eine mächtige Schar germanischer Söldner sei schon über dem Rhein und werde in zwei Tagen hier sein. Sie müßten selbst entscheiden, ob sie, ehe die Nachbarn es merkten, die Soldaten aus dem Winterlager zu Cicero oder Labienus führen wollten, von denen der eine etwa fünfzig Meilen, der andere nur wenig weiter entfernt stehe. Er verbürge ihnen eidlich sicheres Geleit durch sein Land. So sorge er für seinen Stamm, den er von der Last des Winterlagers befreie, und statte zugleich Caesar Dank für seine Wohltaten ab. Nach diesen Worten entfernte sich Ambiorix.

Arpinius und Iunius berichteten den Legaten das Gehörte. Diese waren über die unvermutete Nachricht bestürzt und glaubten, man dürfe sie, auch wenn sie vom Feind komme, doch nicht in den Wind schlagen; am meisten beunruhigte sie, daß kaum glaubhaft war, ein so elender, unbedeutender Stamm wie die Eburonen sollte von sich aus einen Krieg gegen das römische Volk wagen. So trugen sie die Sache dem Kriegsrat vor, und hier erhob sich großer Streit unter ihnen. Lucius Aurunculeius und die Mehrzahl der Kriegstribunen und ranghöchsten Zenturionen sprachen sich dagegen aus, Hals über Kopf zu handeln und ohne Befehl Caesars das Lager zu verlassen; man könne, sagten sie, in einem befestigten Lager beliebig großen Streitkräften sogar der Germanen standhalten; dies beweise die Tatsache, daß sie den ersten Angriff der Feinde mit Bravour abschlugen und ihnen obendrein schwere Verluste beibrachten; an Getreide fehle es nicht, und in der Zwischenzeit kämen vom nächsten Lager wie auch von Caesar Entsatztruppen heran; endlich: Was sei leichtfertiger und schimpflicher, als auf den Rat des Feindes einen Beschluß über Leben und Tod zu fassen?

Dagegen schrie Titurius Sabinus immer wieder: Wenn sich die Feinde erst verstärkten und mit den Germanen vereinigten oder im nächsten Winterlager ein Unheil geschehe, sei es zu spät; man habe keine Zeit, sich lange zu bedenken. Caesar sei sicher nach Italien abgereist, denn sonst hätten weder die Karnuten daran gedacht, Tasgetius umzubringen, noch griffen die Eburonen bei Caesars Anwesenheit in Gallien unser Lager mit solcher Mißachtung der Römer an. Er sehe nicht den Rat des Feindes, sondern die Lage selbst; der Rhein sei nahe; die Germanen seien über den Tod des Ariovist und unsere bisherigen Siege erbittert; Gallien, so oft gedemütigt und von Rom unterworfen, stehe trotz des Erlöschens seines alten Kriegsruhmes in Flammen. Wer endlich könne ihm einreden, Ambiorix hätte, ohne seiner Sache sicher zu sein, einen solchen Schritt gewagt? Sein Vorschlag sei in jedem Fall gefahrlos: Liege nichts Schlimmeres vor, könne man sich ohne Gefahr zur nächsten Legion durchschlagen; mache ganz Gallien gemeinsame Sache mit den Germanen, gebe es nur eine Rettung, und diese beruhe auf raschem Handeln. Worauf laufe dagegen der Vorschlag Cottas und derer, die anders dächten, hinaus? Zwar berge er keine Gefahr für den Augenblick, doch müsse man bei einer längeren Belagerung mit Sicherheit Hungersnot befürchten.

Als man bei dieser Aussprache hinüber und herüber stritt und Cotta und die ranghöchsten Zenturionen heftig widersprachen, rief Sabinus: "Setzt nur eure Meinung durch, wenn ihr das wollt!", und zwar mit so lauter Stimme, daß es ein großer Teil der Soldaten hörte. "Ich fürchte", fuhr er fort, "den Tod nicht mehr als ihr. Unsere Leute werden klug genug sein; wenn etwas Schlimmes geschieht, werden sie dich zur Rechenschaft ziehen; denn wenn du nachgibst, können sie übermorgen schon zur Legion im nächsten Winterlager stoßen, gemeinsam mit den übrigen die Kriegsgefahr bestehen und müssen nicht, abgeschnitten und verstoßen, weit von den Kameraden durch Schwert oder Hunger umkommen."

Der Kriegsrat sprang auf; sie fassen beide an der Hand und beschwören sie, nicht durch Streit und Starrsinn die höchste Gefahr heraufzubeschwören; die Lage sei leicht zu meistern, ob sie nun blieben oder abzögen, wenn nur alle einmütig den gleichen Entschloß faßten; bei einem Streit dagegen sähen sie keine Möglichkeit zur Rettung. Die Auseinandersetzung dauerte bis Mitternacht. Endlich gab Cotta nach, und Sabinus drang mit seiner Meinung durch. Man gab Befehl, im Morgengrauen aufzubrechen. Niemand tat den Rest der Nacht hindurch ein Auge zu; jeder Soldat überprüfte, was er mit sich tragen könnte und was er an Ausrüstung im Winterlager zurücklassen müsse. Man tat alles, was man konnte, um nur ja nicht ungefährdet zu bleiben und durch die Ermüdung der Soldaten und ihr Wachbleiben die Gefahr noch zu steigern. Als wären sie überzeugt, nicht ein Feind, sondern ihr bester Freund habe den Rat dazu gegeben, verließen sie in aller Frühe in langgezogener Marschkolonne mit riesigem Troß das Lager.

Als aber die Feinde am nächtlichen Lärm und der Geschäftigkeit der Soldaten den Entschluß zum Abzug erkannten, teilten sie sich, bezogen in den Wäldern in einem guten Versteck, etwa zwei Meilen entfernt, ihren Hinterhalt und erwarteten das Eintreffen der Römer. Als der größte Teil des Zuges in ein langes Tal hinabmarschiert war, erschienen sie plötzlich auf beiden Seiten des Tals, begannen, die Nachhut zu bedrängen, der Spitze den Ausgang zu verlegen und an einem für unsere Truppen höchst nachteiligen Platz anzugreifen.

Nun erst wurde Titurius, der vorher an nichts gedacht hatte, unruhig, rannte ziellos umher und wollte die Kohorten aufstellen, doch tat er auch dies unsicher und so, daß man sah, er habe völlig den Kopf verloren; so geht es meistens, wenn man erst im Gefecht nachzudenken beginnt. Cotta dagegen, der umsichtig etwas Derartiges auf dem Marsch erwartet und deshalb vom Abzug abgeraten hatte, unterließ nichts, was zur gemeinsamen Rettung beitragen konnte; er rief die Soldaten an, munterte sie auf, wie es Pflicht eines Feldherrn ist, und kämpfte selbst wie ein gewöhnlicher Soldat. Da sie wegen der Länge des Zuges nur schwer alles selbst bestimmen und überall die notwendigen Befehle geben konnten, ließen sie durchgeben, man solle das Gepäck im Stich lassen und sich einigeln. Ist auch ein solcher Entschluß bei dieser Sachlage nicht zu tadeln, so wirkte er doch verheerend; denn er nahm unseren Soldaten die Hoffnung und ermunterte die Feinde zum Kampf, weil diese Maßnahme nur aus äußerster Furcht und Verzweiflung getroffen schien. Zudem kam, was kommen mußte, daß nämlich die Soldaten scharenweise die Feldzeichen verließen, um eilig ihren wertvollsten Besitz vom Troß zu holen und festzuhalten, und so alles mit Schreien und Jammern erfüllten.

Den Barbaren hingegen fehlte es nicht an Umsicht. Ihre Führer nämlich ließen im ganzen Heer ausrufen, niemand dürfe seinen Platz verlassen; es sei ihre Beute und es werde für sie aufbewahrt, was immer die Römer zurückließen; sie sollten also daran denken, daß alles vom Sieg abhänge. Die Unseren waren dem Feind an Zahl und Tapferkeit im Kampf gewachsen. Waren sie auch von ihrem Führer und vom Glück im Stich gelassen, so setzten sie doch alle Hoffnung auf ihre Tapferkeit, und sooft eine Kohorte vorbrach, richtete sie dort ein Blutbad unter den Feinden an. Ambiorix, der dies bemerkte, ließ durchrufen, man solle nur aus der Ferne schießen und keinen Nahkampf wagen, sondern dort ausweichen, wo die Römer angriffen; bei ihrer leichten Bewaffnung und täglichen Übung seien sie vor Schaden sicher; gingen aber die Römer zu ihren Feldzeichen zurück, sollten sie ihnen nachsetzen.

Die Feinde hielten sich strikt an diesen Befehl und wichen rasch zurück, sowie eine Kohorte den Kreis verließ und zum Angriff vorbrach. Dabei mußte diese Einheit jedoch die Deckung verlassen und ihre offene Flanke den Geschossen aussetzen. Wenn sie dann wieder zum alten Platz zurückgingen, wurden sie von den Zurückgewichenen und den daneben Stehengebliebenen umzingelt; wollten sie aber die Stellung halten, konnten sie ihre Kampfkraft nicht zur Geltung bringen und in der geschlossenen Stellung auch nicht den Geschossen entgehen, die diese Riesenmasse schleuderte. In dieser schlimmen Lage und trotz zahlreicher Verluste hielten sie stand und taten während des langen Tages, da der Kampf vom Morgen bis zur achten Stunde dauerte, nichts, was ihrer unwürdig war. Dabei wurden dem Titus Balventius, dem ranghöchsten Zenturio des Vorjahres, einem tapferen Mann von hohem Ansehen, beide Schenkel von einem Wurfspieß durchbohrt; Quintus Lucanius, im gleichen Rang, wird, als er seinen umzingelten Sohn heraushauen will, in tapferstem Kampf getötet, der Legat Lucius Cotta wird, dem Feinde zugewandt, im Gesicht von einem Schleuderstein verwundet, während er alle Kohorten und Zenturien aufmuntert.

Diese Verluste machten auf Quintus Titurius einen unheilvollen Eindruck. und als er von weitem sah, wie Ambiorix seine Leute anfeuerte, schickte er seinen Dolmetscher Gnaeus Pompeius zu ihm und ließ für sich und seine Männer um Schonung bitten. Auf diese Bitte antwortete Ambiorix Wenn er mit ihm sprechen wolle, stehe ihm dies frei; er hoffe, bei der Menge Gnade für die Soldaten erwirken zu können; ihm selbst aber werde auf keinen Fall etwas geschehen, wofür er sein Wort verpfände. Titurius teilte dies dem verwundeten Cotta mit und forderte ihn auf, wenn er es für richtig halte, den Kampf zu verlassen und gemeinsam mit Ambiorix zu verhandeln; er hoffe, von ihm Schonung für sich selbst und die Soldaten erreichen zu können. Cotta weigert sich, vor einem bewaffneten Feind zu erscheinen, und bleibt unbeugsam bei seiner Haltung.

Sabinus befiehlt den Kriegstribunen, die im Augenblick bei ihm waren, und den ranghöchsten Zenturionen, ihm zu folgen. Als er sich Ambiorix näherte und dieser ihn hieß, die Waffen wegzuwerfen, folgte er diesem Befehl und ließ sein Gefolge dasselbe tun. Während sie nun miteinander verhandeln und Ambiorix die Unterredung absichtlich in die Länge zieht, wird Sabinus allmählich umstellt und niedergestoßen. Jetzt aber stimmen die Feinde nach ihrer Sitte ein Siegesgeheul an, stürzen sich auf die Unseren und durchbrechen die Reihen. Dabei fallen Lucius Cotta und der größte Teil der Soldaten mit dem Schwert in der Hand. Der Rest zieht sich ins Lager zurück, aus dem sie aufgebrochen waren. Einer von ihnen, der Adlerträger Lucius Petrosidius, wirft, von zahlreichen Feinden bedrängt, den Adler hinter den Wall; er selbst fällt heldenhaft fechtend vor dem Lager. Die übrigen halten dem Ansturm bis zur Nacht mit Mühe stand; nachts verzweifeln sie völlig und töten sich alle ohne Ausnahme. Nur wenige, die aus der Schlacht entkommen sind, gelangen auf Irrwegen durch die Wälder ins Winterlager des Legaten Titus Labienus und berichten ihm das Geschehene.


Caesar- Der gallische Krieg
Tusculum Studienausgabe Lateinisch-Deutsch
1998 Patmos Verlag GmbH&Co. KG
Artemis&Winkler Verlag, Düsseldorf/Zürich
ISBN 3-7608-1352-6



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